Kompressionsstrümpfe

Der medizinische Kompressionsstrumpf ist ein nach Maß angefertigter Strumpf, der einen bestimmten Druck auf das Gewebe und die Gefäße ausübt. Durch den festgelegten Druckverlauf von „Stärker“ im Knöchelbereich bis hin zu „Leichter“ in Richtung Herz, wird der venöse Rückfluss unterstützt, wodurch angestautes Blut leichter zum Herzen zurücktransportiert werden kann. Durchblutung minimiert zusätzlich das Risiko einer Thrombose. Da der gleiche Druck des Strumpfes auch auf die Muskulatur ausgeübt wird, werden Kompressionsstrümpfe auch nach einer Entwässerungstherapie eingesetzt. Zum einen wird eingelagertes Wasser in den Beinen aus den Gefäßen gedrängt und zum anderen ein erneutes Einlagern von Wasser erschwert. Eingesetzt werden medizinische Kompressionsstrümpfe bei Venen- und Lymphgefäßerkrankungen. 

Die Kompressionsstrümpfe sind in 4 Kompressionsklassen erhältlich. Die Kompressionsklassen unterscheiden sich in ihrer Andruckstärke. Also dem Druck, der auf das Gewebe ausgeübt wird. 


Was ist der Unterschied zwischen Kompressionsstrumpf, Antithrombosestrumpf und Stützstrumpf?

So ähnlich die verschiedenen Strümpfe scheinen, umso stärker unterscheiden sich diese voneinander. Nicht selten werden Kompressionsstrümpfe mit Stützstrümpfen oder Antithrombosestrümpfen verwechselt. Scheinbar erfüllen sie auch alle den gleichen Zweck. Sie erhöhen den Druck auf die Venen und das umliegende Gewebe, damit die Venen aktiviert werden und Flüssigkeiten leichter abtransportiert werden können. Der Unterschied liegt aber genau darin. Im Druck!


Der Antithrombosestrumpf

Der Antithrombosestrumpf übt im Gegensatz zu den Kompressionsstrümpfen nur einen geringen Druck aus. Er dient der Vorbeugung einer Thrombose zum Beispiel nach einer Operation oder bei bettlägerigen Personen. Durch den geringen, aber konstanten Druck, soll eine Ansammlung von Blut vermieden werden. 


Der Stützstrumpf

Der Stützstrumpf ist quasi ein standardisierter Kompressionsstrumpf. Es handelt sich dabei um kein Medizinprodukt, sondern um ein frei verkäufliches Produkt, dass nicht den Mindestanforderungen medizinischer Kompressionsstrümpfe unterliegt. Sie werden nicht nach Maß angepasst und haben keinen definierten Druckverlauf. Aus diesem Grund sollten Stützstrümpfe nur von Menschen ohne Venenerkrankungen getragen werden. So können Stützstrümpfe gegen schwere Beine auf längeren Reisen oder zum Beispiel beim Arbeiten, langem Stehen oder Sitzen eingesetzt werden. Die Krankenasse übernimmt hier keine Kosten. 


Wie teuer sind Kompressionsstrümpfe?

Bei Kompressionsstrümpfen handelt es sich um verordnungsfähige medizinische Hilfsmittel. Bei medizinischer Notwendigkeit kann Dein Arzt Dir Kompressionsstrümpfe verschreiben – zwei Paar pro Jahr. Die Krankenkasse übernimmt hierfür größtenteils die Kosten. Bei Sonderanfertigungen können Zusatzkosten entstehen, die von der Krankenkasse evtl. nicht übernommen werden. Dies könnten zum Beispiel Aufpreise für bestimmte Farben oder ein extra Gummihaftband sein.


Wo erhalte ich Kompressionsstrümpfe?

Medizinische Kompressionsstrümpfe kannst Du in medizinischen Fachgeschäften wie Sanitätshäusern, Apotheken oder Orthopädiefachgeschäften kaufen. Da diese meist Maßgefertigt sind, wirst Du einen Termin erhalten, bei dem deine Beine oder Arme vermessen werden. Dieser Termin ist in der Regel früh morgens, da die Beine zu diesem Zeitpunkt noch relativ dünn sind. 

Falls es Dir nicht möglich sein sollte deine eigenen vier Wände zu verlassen, bieten manche dieser Fachgeschäfte auch Hausbesuche an. 

Bei Deiner Krankenkasse kannst Du nachfragen, welche Fachgeschäfte in Deiner Nähe und zuständig für Dich sind.  


Sollen Kompressionsstrümpfe auch nachts getragen werden?

In der Regel werden Kompressionsstrümpfe nur tagsüber getragen. Das liegt an der Funktionsweise. Die Venen werden durch den Kompressionsstrumpf zusammengepresst, wodurch der Druck darin erhöht wird. Das Blut kann besser abfließen. Während dem Liegen befindet sich der Körper in einer waagerechten Position und das Blut muss nicht entgegen der Schwerkraft zum Herzen gepumpt werden. Aus diesem Grund werden Kompressionsstrümpfe nachts nicht getragen. Zur Prophylaxe einer Thrombose können jedoch Antithrombosestrümpfe nachts eingesetzt werden – diese üben einen geringeren Druck aus und sollen lediglich das Ansammeln von Blut und somit der Bildung eines Thrombus (Blutgerinnsel) entgegenwirken. 


Wie zieht man Kompressionsstrümpfe am besten an?

Damit der Kompressionsstrumpf den benötigten Druck aufbauen kann, ist er ziemlich straff genäht. Das erleichtert das Anziehen nicht wirklich. Ein Kompressionsstrumpf wird fast den ganzen Tag lang getragen. Ein nicht richtig sitzender Strumpf, eventuell noch mit Falten, kann zu sehr starken Schmerzen führen. Der eigentlich medizinische Zweck wird zudem nicht erfüllt. 

Viele Anbieter bieten Anziehhilfen in verschiedenen Formen und Varianten an. Es gibt Varianten mit Bügel zum Hochziehen oder Varianten bei der der Strumpf aufgerollt und auf das Bein wieder abgerollt wird. Hier musst Du selbst testen und ausprobieren, welche Variante am ehesten zu Dir passt. Das Anziehen und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen kann bei entsprechender Verordnung des Arztes auch durch einen Ambulanten Pflegedienst übernommen werden, die Kosten hierfür trägt bei medizinischer Notwendigkeit die eigene Krankenkasse. 


Wie lange sollte man Kompressionsstrümpfe am Tag tragen?

Kompressionsstrümpfe sollten in der Regel mindestens 8 Stunden am Tag getragen werden. Empfiehlt Dir Dein Arzt eine andere Tragezeit, so solltest Du stets diesem Rat folgen. 

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